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Questankündigung: Forst der Silberseide

Autor: Ark
Gebiet: Wonnewichtwald und Silberseidenforst

Der Dunkelelf sah auf. Der Schmerz stoerte ihn nicht, doch dafuer mehr,
wie es dazu kommen konnte. Warum hatte er nur versagt? Nun stand er
vor seinem Meister und schaemte sich, seine Wangen brannten nicht nur
vor Pein, die eingebrannten Zeichen der Schande wuerden einige Zeit
brauchen, bis die Wunden geschlossen, die Haut vernarbt sein wuerde.
Vor allem war es die Schmach, die ihm die Tyrannenspinnen zugefuegt
hatten, allen voran ihre Koenigin, Ssu'ssuraht. Bis er gemerkt hatte,
dass sie ein falsches Spiel mit ihm trieb, war es bereits zu spaet, der
kleine Forst fast voellig zerstoert.
All das trieb sie hoeher in der Gunst seines Meisters, doch er wusste,
dass er noch eine Chance erhalten wuerde. Seine Zeit der Folter wuerde
bald beendet sein, sein Domizil wieder erneuert, sein geschundener
Koerper wieder unter seiner Kontrolle. Natuerlich wuerde man ihn nicht
mehr unbeaufsichtigt lassen, dafuer wuerde Ssu'ssuraht schon sorgen,
da sie ihn fuerchtete. Aber ihre Kreaturen sind schwach, das wusste er.
Nicht mehr lange, und der Forst wuerde ihm wieder gehoeren, und dann ...

Das Boese im Wald gebar sich stets aufs Neue, schier unerschoepflich
erschienen ihm die Energien, die staendig neue Spinnen erscheinen
liessen. Er musste doch dagegen vorgehen, sein Eid verlangte von ihm,
diesen unhaltbaren, ja, unheiligen Zustand zu veraendern. Ein einfacher
Mann des Waldes war er, doch aeusserst beunruhigt, wie schnell sich der
Forst veraenderte, die Tannen in den Besitz der Finsternis wanderten.
Entschlossen stiefelte er aus dem Waeldchen heraus. Erfreut atmete der
gruengekleidete Mann die frische Luft, die aus Osten von den Gipfeln
der Berge von Tingan heranwehte. Der Mann wusste, er wuerde Hilfe
benoetigen, denn alleine war er zu schwach fuer die vielen Spinnen.
Und so kehrte er zu seinen kleinen Freunden, den Wichten zurueck.

Gruebelnd lutschte der Wonnewichtkoenig an einem seiner duerren, aber
kraeftigen Finger:
'Und wir wissen nicht, wer sich dahinter verbergen mag?'
Seufzend meinte der Mann:
'Mein Koenig, wir muessen uns damit abfinden, dass es niemand ist, der
 es gut mit uns meint. Die Spinnen sind ein Zeichen, sie gehorchen nicht
 den mir bekannten Gesetzen der Natur, sie sind ... unnatuerlich.'
Innerlich stoehnte er, denn es war bereits der dritte Tag, an dem er mit
dem Koenig der Wichte zusammensass, um sich zu beraten.
'Nun, nun, wir sind der Meinung, dass eventuell etwas getan werden muss,
 um etwas mehr Licht in die Sache zu bringen.'
Das war sein Stichwort.
'Majestaet, es freut mich zu hoeren, dass ...'
Er wurde durch ein Husten unterbrochen:
'Deshalb werden wir dafuer sorgen, dass Ihr alles Noetige erhalten
 werdet, um unsere Armee in den Wald zu fuehren, um diese Unwesen zu
 untersuchen und, wenn noetig, zu vernichten.'
Stolz sah sich der Koenig um, ueberzeugt davon, eine sehr wichtige
Entscheidung mit Wuerde getroffen zu haben.
'Aber Majestaet, ich kann nicht verlangen, dass Ihr Eure Untertanen
 aufs Spiel setzt. Sicher werden sich ...'
'Schweigt, unsere Meinung steht fest. Wir haben hier einige Hilfsmittel
 fuer Euch, die Euch helfen werden.'
Entsetzt starrt der Mann auf die kleinen Kristalle, die ihm nach einer
Weile von grinsenden Wichten ueberreicht wurden.
'Aber ...'
'Wir sagten doch, schweigt. Wir muessen nun eine Strategie ersinnen,
 die ...'
Er hoerte nicht mehr zu. Entschlossen, den Anweisungen nicht ganz Folge
zu leisten, nickte er ab und an geduldig, entschuldigte sich hoeflich,
um sich zurueckzuziehen. Nein, die Wonnewichte konnte er unmoeglich auf
eine solche Mission schicken. Sie wussten ja nicht einmal, wie es dort
draussen aussieht. Doch er erinnerte sich an die vielen Besucher, die
der Wald, in dem er nun lebte, in letzter Zeit gesehen hatte. Alle von
diesen Abenteurern waren auf Gefahren aus, und das musste er nutzen.
Sicher wuerden sie sich als eine gute Waffe im Kampf gegen die Spinnen
erweisen.
Er brauchte ja nur zu warten ...
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Der Dunkelelf sah laechelnd auf:
'Habt ergebensten Dank, Meister.'
Ein Teilerfolg, doch er konnte lange warten. Er war erst einmal zurueck.
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Der Abenteurer roechelte nur noch:
'Sie waren so ... viele, zu viele auf ... einmal ... gewaltige Spinner
 sind ... es, unglaublich grosse ... sie brueten ... brueten alles ...
 aus ... alles brueten sie aus ...'
Dann sank der Kopf des tapferen Geschundenen zurueck auf den Boden, das
Blut sickerte langsam aus der haesslichen Kopfwunde und umgab den Toten
wie ein roter Heiligenschein.
Verstohlen wischte der Mann eine Traene von seiner Wange. Immer noch
wueteten die weissen Spinnen im kleinen Forst am Rande der Berge von
Tingan. Immer noch musste man befuerchten, dass sich dort ein groesseres
Uebel verbarg. Wenn doch nur jemand ihm helfen wuerde ...
Doch es gab ja jene, die er schon einmal dorthin geschickt hatte. Und
vielleicht waren sie so stark, sich tiefer in den Forst hineinzuwagen.
Er brauchte ja nur zu warten ...
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Der Wicht grinste breit. Endlich hatte sein Koenig ihn erhoert. Lange
zog er heimlich durch die Lande, um sich andere Rassen aus der Naehe zu
betrachten. Unbemerkt von allen anderen Kreaturen schlich er sich bei
den Elfen, Orks, ja, sogar bei den weit entfernt wohnenden Felinen des
Dschungels ein. Eine solche Reise hatte er noch nie unternommen ... und
wird sie wohl sein Leben lang nicht mehr unternehmen. Um andere daran
teilhaben zu lassen, wollte er denen, die den Wichten sehr wohlgesonnen
sind, helfen, die grossen Entfernungen leichter zu ueberbruecken.
Dabei dachte er natuerlich vornehmlich an die, die klein und schwach
sind wie er selbst, vielleicht verschmaeht, verachtet und unbeachtet
von der grossen weiten Welt da draussen. Ja, denen muss besonders dabei
geholfen werden, sich schnell zurechtzufinden.
Und so bedingte er sich von seinem Koenig die Erlaubnis, das Geheimnis
der Bienen weitergeben zu duerfen. Und so war es nun geschehen. Nun
musste er nur noch warten, bis die wieder zu ihm kamen, die freundlich
den Wichten geholfen hatten ...
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